Die Vorfreude auf die Woche in den Vogesen war riesengroß. Damals noch unter dem Aspekt von schönen Tagesausflügen und Wanderungen gebucht, bot sich für mich als herangehender Hobbyradsportler so auch die Chance, eine letztjährige Etappe der Tour de France nachzufahren! Also noch daheim kurz vor dem Urlaub das Fahrrad inspiziert, Antrieb und Reifen gewechselt damit alles parat ist für diesen Tag, der dann doch ganz anders verlief als gedacht.
Trotz perfektem Radsportwetter wunderte ich mich schon nach 5km Ausfahrt über Tröpfchen, die mir ab und an kühl den Nacken hinunterliefen. Also blieb ich stehn – und schnell fand sich die Ursache dafür. Es war leider kein Naturphänomen – sondern vielmehr ein großes Loch im neuen Reifenmantel, aus dem die Dichtmilch in allen Richtungen munter heraus spritzte.
Was für ein Start! Aber zum Glück habe ich für diesen Fall ja einen Ersatzschlauch dabei dachte ich. Der leider nicht passte, da das Ventil viel zu kurz war um nur annähernd aus dem tiefen Aerofelgenbett herauszuschauen. Was wiederum hieß – Rad auf die Schulter – und mit Klickie’s zurück zur Unterkunft watscheln. Schon ziemlich genervt stellte ich dann bei der Unterkunft fest, dass auch der Ersatzschlauch am Fahrrad meiner Freundin aufgrund des Ventildurchmesser nicht durch das Loch meiner Felge passte.
Verflixt, das kann doch nicht war sein! Da der nächste Ort mit einem Fahrradladen 15km entfernt und nur über einen Pass mit 300 Hm zu erreichen war, reduzierte sich die Fahrradtour dann darauf dorthin mit dem Damenrad meiner Freundin zu fahren um einen passenden Schlauch zu besorgen. Das war wirklich ein Tiefpunkt, hatte ich mich doch so auf diese Tour gefreut.
Dass ich dennoch mit einem absoluten Radsport – Highlight nach Hause fahren konnte verdanke ich meiner verständnisvollen Freundin, die kein Problem damit hatte, dass ich einen weiteren Urlaubstag auf dem Rad verbringe. Und mir generell sehr viele Freiheiten einräumt was dieses zeitintensive Hobby betrifft, das nicht selbstverständlich ist und ich sehr zu schätzen weiß.
Und im zweiten Anlauf lief alles perfekt! Die Tour so angepasst, dass ich bei allen prominenten Bergen der Region, wie den Grand Ballon oder den Col del la Schlucht vorbeikam, konnte ich in vollsten Zügen die herrliche Landschaft genießen und auf den Spuren der Tour de France wandeln.